Zeitreise
In der Spitzenzeit hatte Vox Homana ca. 60 Mitglieder. Mit dieser großen Zahl von Mitstreitern wurde ein sehr ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen: "Kommt doch ihr holden Knaben - 2448 warme Jahre in 120 heißen Minuten", später nur noch als "Zeitreise" bekannt. Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit feierten wir im Frühsommer 1994 Premiere.
Die sehr aufwändig gestaltete Bühnenshow unter der Regie von Cornelia Groterjahn kam eher einer Revue gleich, denn einem Chorabend. Jedem der 15 sehr unterschiedlichen Lieder, die zum Teil mit Klavierbegleitung, zum Teil a-capella gesungen wurden, ging eine Theaterszene voraus, die das schwule Leben in der jeweiligen Epoche darstellte.
"Akropolis adieu"von Mireille Mathieu wurde die Geschichte vom Schierlingsbecher des Sokrates vorangestellt, der Monolog eines homosexuellen KZ-Häftlings leitete "Die Moorsoldaten"ein. Wir haben sowohl süße als auch bittere Zeiten und Themen behandelt, ohne dabei in peinlichen Klamauk abzurutschen. Das Publikum bedankte sich mit vollen Sälen und stehenden Ovationen.
Dank der finanziellen Unterstützung verschiedener schwulenpolitischer Organisationen konnte dieses Programm mitsamt seiner LKW-Ladung an Kostümen, Requisite, Licht- und Tontechnik im Rahmen des Projekts "Schwul in der Provinz" auch in verschiedenen Orten Niedersachsens aufgeführt werden. Zu nennen sind u.a. Hameln, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück. Die "Zeitreise" ging 1996 nach fast drei begeisterten und begeisternden Jahren zu Ende.